Blutegeltherapie

(Hirudo medicinalis)

Kein Grund zum Ekeln! Blutegel sind hilfreiche und schöne Tiere.

  • Schwellung seitliche Zehenstreckersehne (3 Egel)
  • Huflederhautentzündung (insgesamt 4 Egel)
  • Entzündung Sprunggelenk (innen und außen je 2 Egel)
  • Hämatome Brustmuskulatur (je Hämatom 1 Egel, 1 bereits abgefallen)

Was bewirkt die Blutegeltherapie?

Im Vordergrund der Blutegeltherapie steht ihre gerinnungshemmende Wirkung. Zusammenfassend wirkt die Therapie:

  • gerinnungshemmend
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • schmerzlindernd
  • entgiftend
  • entstauend

Beim Saugen schüttet der Blutegel mit seinem Speichel (Saliva) unterschiedliche Substanzen aus. Die wichtigsten Wirksubstanzen des Blutegels sind Hirudin, Hyaluronidase, Egline, Bdelline und Calin, letzteres ist verantwortlich für die bis zu 12-stündige Nachblutung der Bisswunde.

Blutegel helfen wirksam bei

  • Bänder- und Sehnenerkrankungen (Fesselträgerentzündung, Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung, Kreuzbandbeschwerden, Patellaluxation)
  • Gelenkserkrankungen (Arthrose, Arthritis)
  • Gallen (auch Piephacke, Nackenbeule, etc.)
  • Hufrehe, Hufkrebs, Hornfäule
  • Hufrollenproblematik (Podotrochlose, -itis)
  • Bursitis
  • Phlegmonen (Einschuss)
  • Gleichbeinlahmheiten
  • Wirbelsäulenerkrankungen (Kissing Spines, Spondylose)
  • Ataxien
  • Hauterkrankungen
  • Hämatomen
  • Muskulärem Hartspann
  • Satteldruck
  • Ekzemen (Sommerekzem, Mauke)
  • Durchblutungsstörungen
  • allgemeinen Verletzungen und schlecht heilenden Wunden
  • Narben
  • OP-Nachsorge
  • Zahn- und Kiefererkrankungen

Behandlungsablauf

Die Behandlung des Pferdes dauert in der Regel 60 - 90 Minuten. Die Blutegel werden an die vorher bestimmte Hautstelle angesetzt. Nach kurzer Zeit sägen sich die Egel mit ihren Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut und beginnen mit dem Saugvorgang. Hierbei wird der Speichel mit den Wirkstoffen in das Gewebe abgegeben. Der Saugvorgang dauert zwischen 20 Minuten und 2 Stunden. Ist der Blutegel satt, so lässt er sich fallen. Um Infektionen zu vermeiden, sollte der Blutegel nicht gewaltsam entfernt werden.
Oftmals tritt schon unmittelbar nach der Behandlung eine deutliche Linderung der Beschwerden ein, die häufig monatelang anhält.

Was passiert nach der Behandlung?

Die kleine Bisswunde blutet durch die gerinnungshemmenden Wirkstoffe noch 2 bis 12 Stunden nach. Die Nachblutung unterstützt die Reinigung der Wunde, erhöht die Wirkung der Behandlung und ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Sofern sich Verunreinigungen vermeiden lassen, kann die Wunde offen bleiben. Sobald sie von einem dünnen Häutchen oder einer Kruste bedeckt ist, besteht keinerlei Infektionsgefahr mehr.

Die Blutegeltherapie ist anstrengend für das Pferd, deshalb sollte die folgenden Tage auf hartes Training verzichtet werden. Leichte Bewegung ist gut und erlaubt.